Süßes oder Saures: Tipps und Bräuche zu Halloween

Am 31. Oktober ist wieder Gruselzeit: Halloween. In den letzten Jahren ist der irisch-amerikanische Kürbiskult auch bei uns richtig angekommen. Verkleidete Kinder werden mit Süßigkeiten besänftigt und auch die Erwachsenen werden bei den Halloween-Partys zu Hexen, Mumien oder Vampiren. Hier findest du leckere Rezepte, Anregungen für gruselige Kostüme und Filmabende und kannst dich über die Entstehung von Halloween-Bräuchen informieren.

Gruselige Dekoration mit Kürbissen
© JenkoAtaman/AdobeStock

Wissenswertes über die gruseligste Nacht des Jahres

Warum verkleiden wir uns eigentlich an Halloween? Eine Annahme ist, dass der Brauch zurück bis ins fünfte Jahrhundert vor Christus geht. Die Kelten feierten in der Nacht zum 1. November Samhain – ihr Neujahrsfest – und glaubten, dass die Toten an diesem Tag versuchten, die Seelen der Lebenden zu stehlen. Um dem entgegenzuwirken, verkleideten sie sich, damit die Toten sie nicht erkannten. Und woher kommt der Spruch "Süßes, sonst gibt es Saures"? Dieser stammt aus dem katholischen Irland des 11. Jahrhunderts. Am Allerseelentag wurde den Bettlern süßes Brot geschenkt, damit diese im Gegenzug für die Seelen der Verstorbenen beteten.
Bereits seit den 90er Jahren hat sich Halloween auch in Deutschland etabliert. Was mit Artikeln in Zeitungen und Magazinen über das neue Phänomen angefangen hat, entwickelte sich schnell zu einer rasenden Lawine, die das ganze Land begeisterte. Seit der Jahrtausendwende ist Halloween auch aus Deutschland nicht mehr wegzudenken. Dazu beigetragen hat unter anderem die Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie, die 1994 eine Kampagne zur Einführung des amerikanischen Brauchs startete und das mit vollem Erfolg. Laut eigenen Angaben, soll 2009 mit Artikeln rund um das amerikanische Fest knapp 30 Millionen Euro Umsatz erzielt worden sein.

Heute zählt Halloween als drittwichtigstes kommerzielles Ereignis des Jahres, nach Weihnachten und Ostern und beschert nicht nur Gastronomen, sondern auch Süßwaren-Konzernen volle Häuser und Geldbörsen.

Halloween selbst ist kein offizieller Feiertag, sondern fällt mit dem Reformationstag zusammen. 9 Bundesländer (Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen) haben am 31. Oktober frei.
Allerheiligen, der 1. November, ist ein katholischer Heiligengedenktag und in den fünf Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland auch ein Feiertag. An diesem Tag gedenkt man den vom Papst heiliggesprochenen Frauen und Männern sowie den Menschen, die ihren Glauben still gelebt haben. Ursprünglich wurde der Allerheiligen-Vorabend um das 16. Jahrhundert herum in Irland und Schottland mit einem Festmahl begangen und Kinder sammelten Spenden an Haustüren.

Auch die oben genannte Theorie um das keltische Fest Samhain besagt, dass sich zu Beginn des neuen keltischen Kalenderjahres am 1. November, die Welt der Lebenden und Toten am nächsten sind. Diese Verbindung zu den Kelten ist allerdings historisch nicht belegt.
Halloween ist nicht nur die Nacht des Grauens, der Hexen und Geister, sondern vor allem die Nacht der Kürbisse. Wieso das so ist, geht auf eine irische Sage um Jack Oldfield zurück, der mehrfach mit dem Teufel handelte, und ihn letzten Endes mit einer List dazu zwang, seine Seele für alle Zeiten in Frieden zu lassen. Nach seinem Tod wurde Jack nicht in den Himmel eingelassen und natürlich wollte auch der Teufel ihn in seiner Hölle nicht willkommen heißen. So landete Jack in der Zwischenwelt, die allerdings so dunkel und kalt war, dass der Teufel ihm aus Mitleid etwas glühende Kohle aus dem Höllenfeuer schenkte.

Diese steckte Jack in eine ausgehöhlte Rübe und nutzte diese als Laterne (englisch: lantern) mit der er jedes Jahr vor Allerheiligen durch die Dunkelheit wandelte. Die Rübe wurde von den aus Irland eingewanderten Amerikanern in einen Kürbis umgewandelt, da sie Rüben schlichtweg nicht hatten. Diese Kürbisse wurden Jack O'Lantern genannt und vor die Häuser gestellt, um in der Nacht vor Allerheiligen die bösen Geister fernzuhalten, und das tun sie bis heute.
An Halloween gehen Kinder in Deutschland verkleidet von Haus zu Haus und verlangen nach Süßigkeiten. Sie stellen die bösen Dämonen dar, die auf der Jagd nach Seelen sind und mit Süßigkeiten ruhig gestellt und ferngehalten werden sollen. Während Erwachsene sich auf diversen Partys vergnügen, ist Halloween für Kinder neben Weihnachten und Geburtstag die wohl glücklichste Nacht des ganzen Jahres.
Zwei Skelette auf einer Halloween Party
© neonbrand/unsplash

Top 3 Ideen für gruselige Dekoration

Schaurige Spinnennester

Die Luftballons aufpusten. Die Kordel durch den Kleber tunken und um die Luftballons wickeln, bis diese komplett von der Kordel bedeckt sind. Dann heißt es warten! Wenn die Kordel getrocknet ist, kannst du den Luftballon aufstechen und herausnehmen.

Die Nester kannst du nun mit ein paar Gummi-Spinnen bekleben und in den Garten oder ins Haus hängen.

Blutende Kerzen

Zünde die rote Kerze an. Wenn sie ein Teelicht ist, lass sie eine Weile brennen, bis das Wachs komplett flüssig geworden ist. Zünde auch die weiße Kerze an und warte, bis das Wachs um den Docht herum etwas weniger und flüssig geworden ist.

Gieße oder tröpfle nun das Wachs der roten Kerze in das flüssige Wachs der weißen Kerze. Lösche die weiße Kerze. Tröpfle entlang der Außenseite der weißen Kerze mit dem roten Wachs, sodass rote Tränen entstehen.

Melonen-Gehirn

Zuerst muss die Melone geschält werden. Schneide unten ein Stück Melone weg um zu verhindern, dass sie wegrollt. Wichtig ist, dass die weiße Schicht unter der Schale nicht weggeschnitten wird. Schnitze nun mit einem spitzen Messer die Gehirnwindungen ein und übergieße dein Kunstwerk anschließend mit dem Sirup.

Durch das Durchschimmern des roten Fruchtfleisches wirkt das Gehirn echt und super gruselig.


Film Tipps zum Gruseln für Groß und Klein

Conjuring – Die Heimsuchung (2013)

Das berühmte Dämonologen-Ehepaar Ed und Lorraine Warren wird zur Hilfe gerufen, als die Familie Perron in ihrem neu bezogenen Farmhaus von einer düsteren Macht heimgesucht wird.

FSK ab 16

The Nightmare before Christmas (1993)

Jack Skellington ist das große Vorbild aller Bewohner von Halloween Town, die jedes Jahr ein noch besseres Halloweenfest feiern möchten. Durch einen Zufall öffnet er die Tür zu Christmas Town, wo es ihm so gut gefällt, dass er den gruseligen Bewohnern von Halloween Town auch ein Weihnachtsfest bescheren möchte und den Weihnachtsmann entführt, um selbst Geschenke zu verteilen.

FSK ab 6

Halloween-Reihe (1987-2002)

Michael Myers lebt in der Stadt Haddonfield. In einer kalten Halloween-Nacht im Jahr 1963 ermordet der sechs Jahre alte Junge seine Schwester auf brutale Weise durch mehrere Messerstiche. Daraufhin wird er ins Smith’s Grove Sanitarium eingewiesen, wo er die nächsten 15 Jahre seines Lebens verbringt. 1978 gelingt ihm die Flucht: Er kehrt in seine Heimatstadt zurück und beginnt an Halloween einen blutigen Amoklauf. Dabei trägt er stets eine weiße Maske und spricht kein Wort.

FSK ab 18

Nightmare on Elm Street (1984/ 2010)

Eine Gruppe Teenager teilt ein furchtbares Geheimnis: In ihren Träumen werden sie von dem grässlich entstellten Killer Freddy Krueger verfolgt. So lange sie versuchen wach zu bleiben, können sie sich schützen, doch wenn sie einschlafen, gibt es kein Entkommen.

FSK ab 16

Hui Buh – Das Schlossgespenst (2006)

Im Jahr 1399: Ritter Balduin flunkert beim Kartenspiel und fliegt auf. Als sein Gegner ihn gerade erstechen will, schlägt ein Blitz ein und Balduin verwandelt sich in das Gespenst Hui Buh. Seither lebt und spukt er als inzwischen einziges behördlich zugelassenes Schlossgespenst im Schloss Burgeck.

FSK ab 0


Originelle Rezepte für die Halloween-Party

Kürbishirn

Zutaten:

  • 1 Speisekürbis
  • 1 Blumenkohl
  • Tomatenmark
Den oberen Teil des Kürbisses mit einem scharfen Messer entfernen. Das Loch darf jedoch nicht größer als der Blumenkohl sein, da dieser sonst in das Kürbisinnere fällt. Nun den Kürbis aushöhlen und alle Kerne samt Fäden entfernen. Zum Aushöhlen reicht ein gewöhnlicher Esslöffel.

Damit der Kürbis später noch als Suppenschüssel verwendet werden kann, für das Gesicht keine Löcher in den Kürbis schnitzen, sondern lediglich die obere Schicht der Schale entfernen.

Hierfür die Formen vorher mit einem scharfen Messer vorsichtig einritzen. Anschließend die obere Schicht abziehen und dem Kürbis ein Gesicht schenken. Die Blätter vom Blumenkohl entfernen und ihn im Ganzen kochen , bis er bissfest ist. Den Blumenkohl mit kaltem Wasser abschrecken. Um die Längsspalte des Gehirns in den Blumenkohl zu bekommen, einmal an der Mitte des Blumenkohls entlang schneiden. Hierbei nur nicht zu tief schneiden. Das Tomatenmark mit etwas Wasser verdünnen und auf den Spalt auftragen. Nun den Blumenkohl auf den Kürbis setzen und du hast eine einzigartige Suppenschüssel samt Hirndeckel.

Halloween Kürbishirn

Eiskaltes Händchen-Bowle

Zutaten:

  • 1l Bananensaft
  • 1 Gummihandschuh
  • 0,5l Kirschsaft
  • 200g Blaubeeren
  • 1l Anananassaft
Einen Gummihandschuh mit Kirschsaft füllen und ins Gefrierfach legen. Einen Liter Bananen- und einen Liter Ananassaft zusammen mit den Blaubeeren in eine Schüssel kippen. Wenn der Saft im Handschuh gefroren ist, das Gummi entfernen und die Kirschhand kurz vor dem Anrichten in die Bowle legen.

Für eine erwachsene Halloween-Party kann noch ein halber Liter Vodka in die Bowle geben werden.
Halloween Bowle

Mumien-Würstchen

Zutaten:

  • 2 Gläser Würstchen
  • ein Paket Pizzateig
  • eine Tube weiße Kuchenglasur
  • Pizzaschneider
Den Pizzateig ausrollen und ihn in 0,5 - 1cm breite Bahnen schneiden. Die Würstchen je nach Länge in der Hälfte durchschneiden und den Teig um das Würstchen herum wickeln. Hierbei am besten an der geschlossenen Seite des Würstchens beginnen und darauf achten, dass der Teig einen festen "Hut" bildet. Den Teig nun in quer verlaufenden Bahnen um das Würstchen wickeln.

Bedenke, dass noch Platz für die Augen benötigt wird. Hier also eine kleine Lücke lassen.

Die Mumien-Würstchen auf ein Backblech legen (Backpapier nicht vergessen) und das Blech in den Ofen schieben. Der Ofen sollte hierzu auf ca. 180 Grad vorgeheizt und auf Ober-Unterhitze eingestellt sein. Sobald der Teig eine goldbraune Färbung erhält, die Mumien aus ihrem heißen Grab holen.

Nun mit Kuchenglasur ein paar Augen auf jede Mumie malen. Die Süße der Glasur ist kaum zu bemerken und die Mumien-Würstchen behalten Ihren herzhaften Geschmack.

Halloween Mumien-Würstchen

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