Deutschlands Biergärten: Von der Entstehung bis zur Top 5

Ein Biergarten – simpel gesehen eine Art Garten, in dem es Bier gibt. Einfach erklärt oder? Doch der Biergarten ist mehr als “nur” ein gastronomischer Ort. Wie es zu der Entstehung des ersten Biergartens in Bayern kam, ab wann ein Biergarten ein Biergarten ist und wo es die schönsten in Deutschland gibt, erfährst du hier.

Biergarten mit gelben Sonnenschirmen und leeren Plätzen
© www.push2hit.de/Adobe Stock

Aktuelle Lage: Besuch eines Biergartens in der Corona-Zeit

Wie auch in der restlichen Gastronomie gelten aufgrund der Corona-Pandemie folgende Grundregeln:

  • Maskenpflicht außer an den Tischen
  • Abstand von mindestens 1,5 Metern
  • Hygieneregeln weiterhin beachten
  • Vorsichtshalber vorab informieren, ob Reservierung nötig
  • Du musst im Lokal ein Kontaktformular ausfüllen
  • Achte außerdem auf weitere Regelungen und Richtlinien des jeweiligen Biergartens (separater Ein- und Ausgang, Tisch nicht selber aussuchen usw.)

Eine kleine Entstehungsgeschichte

Die Geburtsstätte des Biergartens liegt natürlich in Bayern (Oberbayern). Wirklich überrascht bist du nicht, oder? Die Bayern haben schon immer gerne Bier gebraut, vor allem untergäriges Bier. Das muss jedoch kühl gelagert werden, so dass sich das Brauen und Bier trinken bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf die Herbst- und Wintermonate beschränkte. Heute kaum vorstellbar! Die Brauer wollten damals ihr gebrautes Bier auch im Sommer genießen und kamen auf die Idee, das Bier Ende März zu brauen und so kühl zu lagern, dass es im Sommer trinkbar war.

Die Brauer wurden kreativ …

Wie sollte das nur gehen? Da die Braukeller bereits als Lager und zum Brauen des Bieres genutzt wurden, mussten neue Keller her. Man baute damals also tatsächlich neue Bierkeller direkt an der Isar entlang und konnte durch das Wasser des Flusses das Bier kühl lagern. Außerdem kamen noch weitere Kühlmaßnahmen dazu: Es wurde Kies auf den Boden geschüttet, um die Temperatur weiter zu senken und Kastanienbäume gepflanzt, damit die Keller auch durch den Schatten der Bäume geschützt werden.
Kieswege, Kastanienbäume … das kommt dem heutigen Biergarten schon näher!

… und die Gäste sind geblieben

Die Münchner waren von der Idee begeistert und holten sich das Bier im Sommer direkt am Bierkeller ...und blieben dort vor Ort. Also stellten die Brauer Holzbänke und Holztische für ihre Gäste auf. Doch das gefiel den Wirten natürlich nicht: Die Gäste blieben weg und die Wirte wollten eigentlich weiterhin von den Brauern bevorzugt behandelt werden und das Bier zuerst bekommen. Also wurde im Jahre 1812 von König Maximilian I. verordnet, dass die Brauer an ihren Plätzen über den Bierkellern Getränke verkaufen, aber keine Speisen servieren durften. Wer hungrig war, sollte sich seine Brotzeit selber mitbringen. Und so war es dann: Der Biergarten war entstanden! Bis heute noch gilt in vielen traditionellen Biergärten die Regelung, dass das Bier dort vor Ort gekauft werden muss, man sich aber seine eigenen Speisen mitbringen darf.

Natürlich werden in den heutigen Biergärten, vor allen Dingen außerhalb Oberbayerns, auch Mahlzeiten und Köstlichkeiten aus der Region angeboten. In den traditionellen Biergärten, wie dem Augustinerkeller oder Hirschgarten, findet man allerdings ein Schild, auf dem die Regeln nochmals erklärt werden

Gut zu wissen:

Mittlerweile werden auch gastronomische Einrichtungen als Biergärten bezeichnet, die sich einfach im Freien befinden. In Bayern und in Österreich nennt man diese Lokale Wirtsgarten oder Gastgarten. Schon 1825 wurde der Begriff “Biergarten” aber auch dahingehend gelockert, dass es sich um gastronomische Einrichtungen handelt, die unter freiem Himmel eingerichtet sind.

(Bayerische) Biergarten-Regeln

Ein schön geschmückter Garten mit Bierausschank ist eigentlich noch lange kein "echter" Biergarten. Nicht nur in Bayern, sondern auch in den anderen Bundesländern sollte ein Biergarten folgende Kriterien erfüllen:

1. Eigene Brotzeit

Die Brauer dürfen den Gästen Bier anbieten, aber keine Speisen verkaufen. Heutzutage kaum denkbar, da es in vielen Biergärten mittlerweile traditionelles Essen gibt. Ein richtiger Biergarten erlaubt es den Gästen aber, seine eigene Brotzeit mitzubringen, solange sie dort Bier bestellen.

2. Nachtruhe

In Biergärten gibt es eine Lockerung der Nachtruhe. Normalerweise gilt eine Nachtruhe ab 22 Uhr. Die Bayerische Biergartenverordnung sagt zumindest, dass Biergärten bis 23.00 Uhr geöffnet haben dürfen, danach gilt die Nachtruhe. In der Bayerischen Biergartenverordnung vom 20. April 1999 ist die Regelung genauer geschildert.

3. Kastanien

Wie schon in der Entstehungsgeschichte erzählt, soll ein echter Biergarten unter großen Kastanienbäumen liegen. Ursprünglich dienten sie zur Kühlung der Bierkeller. Heutzutage spenden sie den Gästen genügend Schatten. Außerdem gehören zu einem richtigen Biergarten Holzbänke und Holztische dazu. Plastikstühle? Auf gar keinen Fall. Übrigens, normalerweise holt man sich in den echten Biergärten das Getränk direkt an der Schenke, und das auch noch in Maßkrügen...doch hier wird wohl auch öfter mal ein Auge zugedrückt. Ein weiteres Merkmal von Biergärten ist der Kiesweg, der früher ebenso als Kühlung der Keller diente.

Biergärten für die Gemeinschaft

In der Bayerischen Biergartenverordnung ist außerdem festgelegt, dass Biergärten einen hohen sozialen Faktor haben. Sie sind ein Ort für alle Schichten und bringen verschiedene Gemeinschaften zusammen.

Zwei Maßkrüge werden aneinander gestoßen
© engeLac/Adobe Stock

Besondere Biergärten in Deutschland

In Deutschland gibt es zahlreiche Biergärten. In Bayern findest du natürlich den Großteil, doch auch in den anderen Regionen haben sich diese gut angesiedelt. Wir stellen euch hier sehr bekannte und spezielle Biergärten vor, die eine Reise wert sind:

Bist du auf den Geschmack gekommen?

Gib hier einfach deinen Ort ein und finde Biergärten in deiner Nähe.

Last but not least:
5 Fakten rund um Biergärten

  • Laut historischen Quellen wurde der erste Biergarten am 04. Januar 1812 eröffnet
  • Der größte Biergarten in Deutschland liegt in München (Hirschgarten) und bietet Platz für 8.000 Gäste
  • Bräuche in Bayern: Wenn du in einem traditionellen Biergarten bist, solltest du den letzten Schluck (bayerisch: Norgerl) aus der Maß nicht austrinken. Die Bedienung nimmt die Maß so mit und bringt dir ein neues Getränk.
  • Die Brotzeit-Regel (siehe oben) findet ihr tatsächlich noch häufig in Oberbayern und in Franken.
  • Laut der Plattform Biergartenfreunde gibt es in Deutschland ca. 2913 Biergärten. Das ist zumindest dort gelistet. Eine genaue offiziell Zahl gibt es nicht.

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