Die 10 ältesten Städte Deutschlands

Wonach richtet sich eigentlich der Titel “älteste Stadt Deutschlands”? Nun, alte Städte an sich gibt es viele und davon wurden einige in der Römerzeit gegründet. Allerdings lässt sich nicht immer nachvollziehen, wann denn nun genau die Stadtgründung war. Da viele Städte einfache Siedlungen waren, ist hier einiges unklar. Wir haben nachgeforscht! meinestadt.de präsentiert dir die 10 ältesten Städte Deutschlands, gemessen am Datum ihrer 2.000-Jahr-Feier.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die älteste Stadt im Land?

Platz 10: Augsburg (8 v. Chr.)

Das Gründungsdatum der Stadt Augsburg ist bis heute umstritten. Nach neusten Erkenntnissen wird jedoch davon ausgegangen, dass Augsburg etwa im Jahr 8 v. Chr. vom römischen Kaiser Augustus unter dem Namen “Augusta Vindelicum” gegründet wurde. Drusus und Tiberius errichteten nach Anordnung von Kaiser Augustus auf dem heutigen Gebiet des Augsburger Stadtteils Oberhausen das Legionslager, welches später zu einem Depot und der zweitgrößten römischen Provinz nördlich der Alpen wurde. Augsburg ist somit die älteste Stadt Bayerns.

Im Römischen Museum Augsburg werden die wenigen Fundstücke aus der Gründungszeit der Stadt Augsburg ausgestellt. Hervorzuheben ist der Augsburger Siegesaltar aus dem Jahr 260 n. Chr. Er wurde nach dem Sieg über die Juthungen zu Ehren der Siegesgöttin Victoria aufgestellt. Auch das Gebäude, in dem das Römische Museum untergebracht ist, ist ein Monument der Stadtgeschichte. Die Kirche des Dominikanerklosters St. Magdalena stammt aus dem 15. Jahrhundert und öffnet ihre Türen mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 10 bis 20 Uhr.

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Dom Augsburg
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Platz 9: Koblenz (10 v. Chr.)

Archäologische Funde zeigten, dass das Gebiet der Stadt Koblenz schon seit 10 v.Chr. besiedelt wurde. Im Jahr 9 v. Chr. wurde das Castellum apud Confluentes errichtet. Es diente den römischen Truppen zunächst nur zur Sicherung der Rheinstraße von Mainz nach Xanten. Aufgrund der günstigen Lage zwischen Rhein und Mosel wurde die Siedlung ausgebaut und gewann an militärischer Bedeutung. Als sich 1992 die Gründung des Kastells zum 2000sten mal jährte, brachte Koblenz eigens eine Sonderbriefmarke heraus.

Im Stadtwald fanden Archäologen Reste einer alten, römischen Tempelanlage für Mercurius und Rosmerta. Um den Rhein zu überqueren, bauten römische Soldaten zahlreiche Brücken. Eine Pfahlbrücke von 350 Metern Länge wurde auf mehrere hundert Eichenstämme gestützt, von denen heute noch 51 gut erhalten sind. In der Nähe der Kastorkirche wurden außerdem die Überreste eines römischen Bauernhofs freigelegt.

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Denkmal der Stadt Koblenz
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Platz 8: Speyer (10 v. Chr.)

In Speyer wurde 1990 der 2.000ste Stadtgeburtstag gefeiert. Speyer war aufgrund seiner Nähe zum Rhein ein strategisch wichtiger Siedlungsort der Römer. Im Rahmen der kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Germanen siedelten Truppen beider Völker im heutigen Speyer. Als Gründungsjahr gilt das Jahr 10 v. Chr., als das Militälager Noviomagus entstand. Um an diese Gründung zu erinnern, feierte Speyer 1990 seine 2.000-Jahr-Feier.

Auf dem Domplatz in Speyer befindet sich das Historische Museum der Pfalz mit zahlreichen Funden aus der Römerzeit. Unter anderem können Besucher hier die älteste, noch gefüllte Weinflasche der Welt aus dem Jahr 300 n. Chr. betrachten. Gezeigt werden Funde aus dem Soldatenleben, dem Privatleben und dem Bronzeguss. Das Historische Museum der Pfalz hat dienstags bis sonntags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet.

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Kaiserdom Speyer
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Platz 7: Kempten (Allgäu): 15 v.Chr.

Die Stadt Kempten im Allgäu feierte bereits 1950 ihr 2.000-jähriges Bestehen. Damit ist Kempten im Allgäu die älteste Stadt der Rangliste. Als römische Truppen im Jahr 15 v. Chr. im Allgäu einfielen, eroberten sie unter anderem auch eine Keltensiedlung, die heute unter dem Namen Kempten bekannt ist. Wenige Jahre später, nämlich im Jahr 18 n. Chr., wurde Kempten, damals noch unter dem Namen Kambodounon, erstmals schriftlich erwähnt. Die Väter der Stadt feierten 1950 ihr 2.000-jähriges Bestehen.

Der APC liegt auf dem Gebiet der damaligen Römersiedlung und ist heute ein Museum rund um die Ausgrabungsstätte. 150 Jahre lang haben Archäologen hier nach Überresten der Siedlung Cambodunum gegraben und dabei bedeutende Funde gemacht. Fünf Tempel wurden rekonsturiert, um Besuchern ein Gefühl für das Aussehen der römischen Siedlung zu geben. Von weiteren Tempeln, Hallen und Kapellen sind die Grundmauern teilweise erhalten. Sie können den APC täglich zwischen 10 und 16:30 Uhr besichtigen.

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Basilika der Stadt Kempten
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Platz 6: Neuss (16 v. Chr.)

In Neuss wurde ebenfalls im Jahr 1984 das 2.000-jährige Bestehen gefeiert. Im Jahr 16 v. Chr. gründeten erstmals römische Soldaten auf dem heutigen Stadtgebiet von Neuss ein Lager mit dem Namen Kastell Novaesium. Aufgrund der strategisch günstigen Lage an Rhein, Ruhr, Erft und Wupper wurde das Lager weiter ausgebaut und zu einer wichtigen Militärbasis. Rund um das Lager entstand eine Zivilsiedlung für die Familien der Soldaten sowie für Händler und Gastwirte. 2.000 Jahre nach der ersten Siedlung durch römische Truppen feierte Neuss 1984 sein Stadtjubiläum mit einem großen Fest.

Altstadt Neuss
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Platz 5: Trier (17 v. Chr.)

Trier in Rheinland-Pfalz blickt zur heutigen Zeit auf eine traditionsreiche Vergangenheit zurück. Im Jahr 17 vor Christus gegründet liegt die Entstehung der Stadt bereits mehr als 2000 Jahre zurück - sie war im Laufe der Zeit von Treverern und Römern regiert, Hauptsitz des weströmischen Reichs, ein historischer Schauplatz von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und Frankreich sowie “heilige Stadt” im Mittelalter. Zahlreiche Relikte aus den Epochen, die die Stadt durchlebte, sind allesamt Zeugen einer bewegten Stadthistorie. Heute gilt Trier als Universitätsstadt und moderne Großstadt und zählt gut 110.000 Einwohner.

Ein imposanter Überrest der alten römischen Stadt Augusta Treverorum ist die Porta Nigra am Rande der Altstadt von Trier. Dieses ehemalige Stadttor wurde um 180 n. Chr. erbaut und ist seitdem ein Wahrzeichen der Stadt Trier. Im Jahr 1986 hat die UNESCO die Porta Nigra in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Porta Nigra können Sie täglich von 9 bis 16 Uhr, im Sommer sogar bis 18 Uhr besichtigen.

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Porta Nigra
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Platz 4: Köln (19 v. Chr.)

Das Gründungsjahr der Stadt Köln ist bis heute noch umstritten so nimmt man an das die Gründung zwischen den Jahren 38 und 19 v.Chr. als Siedlung Oppidum Ubiorum stattfand. Sicher ist aber, dass die Stadtväter im Jahr 1950 zur großen Geburtstagsfeier geladen haben und den 1900. Geburtstag feierten. Im Jahr 50 n. Chr. wurde die bereits vorhandene Kolonie am Rhein Colonia Claudia Ara Agrippinensium genannt.

Überall im Stadtgebiet von Köln finden sich noch Zeugnisse aus der Zeit der Römer. Besonders imposant ist der Römerturm aus dem 3. Jahrhundert mit seiner bis heute erhaltenen Verzierung. Das älteste Steingebäude Deutschlands ist das Ubiermonument, welches direkt an die alte Stadtmauer anschließt. Seine Funktion ist nicht eindeutig geklärt. In der Altstadt zeugen noch zwei Straßen vom einstigen Straßenverlauf: Die Hohe Straße wurde ehemals cardo maximus und die Schildergasse decumanus maximus genannt.

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Kölner Dom
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Platz 3: Bonn (20 v. Chr.)

1989 gesellte sich auch die Stadt Bonn zu den Jubilaren. Bevor Drusus auf Ersuchen seines Vaters hin 11 v. Chr. im heutigen Bonn ein Erkundungslager gründete, siedelten an dieser Stelle am Rhein Germanen. Der Stamm der Ubier wurde jedoch von den römischen Truppen vertrieben. Im Jahr 9 n. Chr. wurde Bonn zu einem Legionslager ausgebaut und bekam den Namen Bonna. Da historische Nachforschungen das genaue Gründungsjahr nicht belegen können, einigten sich die Stadtväter auf eine 2000. Geburtstagsfeier im Jahr 1989.

Archäologen der Stadt Bonn sind seit vielen Jahren bemüht, die Überreste des römischen Lebens in Bonn zu erforschen. Ein besonders imposanter Fund wurde im Stadtteil Gronau gemacht: der vicus bonnensis. Geschichtswissenschafter vermuten, dass hier ehemals bis zu 10.000 Menschen lebten. Diese zivile Siedlung hinterließ den Archäologen Grabsteine, Scherben, Schmuck und Münzen. Dort, wo heute der Bonner Münster steht, wurde ein Altar für Mercurius Gebrinius gefunden. Er wird neben zahlreichen anderen Funden im Haus der Geschichte in Bonn ausgestellt.

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Rathaus Bonn
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Platz 2: Mainz (38 v.Chr.)

In Mainz wurde im Jahr 1962 das 2.000-jährige Jubiläum gefeiert. Auf dem heutigen Stadtgebiet von Mainz siedelten erstmals die Kelten. Im Jahr 12 v. Chr. eroberten römische Truppen die Region und der Heerführer Drusus gründete das Heerlager Mogontiacum. Knapp einhundert Jahre später wurde Mogontiacum zur Provinzhauptstadt der Provinz Germania Superior. Die 2.000-Jahr-Feier in Mainz fand im Jahr 1962 statt.

Heute erinnern im Stadtteil Bretzenheim im Zahlbachtal steinerne Überreste an die römischen Wasserleitungen. 69 Pfeiler des Aquäduktes sind noch erhalten und können bei einem Spaziergang durch den Park oder auf dem Sportgelände der Universität betrachtet werden.
Das Theatrum Mogontiacensium war zu Zeiten der römischen Herrschaft in Mainz das größte römische Theater jenseits der Alpen. 10.000 Zuschauer fanden aus den Rängen rund um die 42 Meter breite Bühne Platz. Die Grundmauern des Theatrum Mogontiacensium wurden erst vor wenigen Jahren entdeckt und werden achäologisch untersucht.

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Dom der Stadt Mainz
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Platz 1: Worms (5000 v. Chr.)

Schon vor 5000 v.Chr. hinterließen die Kelten und Römer ihre Spuren in der Stadt Worms womit Worms die älteste Stadt Deutschlands ist. Zu Beginn der Stadtgeschichte war Worms noch unter den keltischen Namen “Borbetomagus” bzw. “Borbitumagus” bekannt. Archäologen konnten auf Grund der günstigen hochwassergeschützten Lage am Rheinufer schon von Beginn an ein sehr hohes Siedlungsaufkommen nachweisen.

Eines der ältesten Wahrzeichen der Stadt Worms ist der Wormser Dom, dieser ist einer der sieben Kaiserdome Deutschlands. Die traditionelle Bezeichnung des Kaiserdoms erhielt der Wormser Dom auf Grund des Grabes der Kaiserfamilie Konrads II., die zur Zeit des römisch-deutschen Reichs bis 1039 herrschte.

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Wormser Dom
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