Personalausweis beantragen: Das musst du beachten

Dein Personalausweis läuft bald ab oder ist bereits abgelaufen? Informiere dich hier, wie du dein neues Dokument beantragen kannst, wie du dich im Falle von Diebstahl verhältst und welche Funktionen der neue, smarte Ausweis mit Fingerabdruck mit sich bringt.

Personalausweis auf einer Tastatur
© lightfield studios/AdobeStock

Übersicht

  • So beantragst du deinen Personalausweis
  • Muss der Personalausweis persönlich beantragt werden?
  • Verhalten im Falle des Verlustes oder Diebstahls
  • Perso abgelaufen: was tun?
  • Vorläufigen Ausweis beantragen
  • Funktionen des neuen Personalausweises


Lesezeit: 5 Minuten

So beantragst du deinen Personalausweis

Deinen Personalausweis kannst du im Bürgeramt, beim Einwohnermeldeamt oder im Kundenzentrum deines Wohnorts beantragen, sowie bei jedem anderen Bürgeramt oder vielen deutschen Botschaften im Ausland. Für die Antragstellung außerhalb deines Hauptwohnsitzes musst du jedoch einen Grund anführen. Informiere dich am besten vorab, ob deine Gründe akzeptiert werden und die Antragstellung deines Personalausweises abgewickelt werden kann.

Zu dem Termin musst du folgendes mitbringen, damit dein Ausweis beantragt werden kann:

  • biometrisches Passbild
  • gültiges Identitätsdokument (alten Personalausweis wenn vorhanden, Reisepass, Kinderausweis oder Geburtsurkunde)

Die Kosten für einen neuen Personalausweis liegen bei unter 24-Jährigen bei 22,80 € . Dieser ist dann sechs Jahre gültig. Ab 24 Jahren musst du 28,80 € zahlen, dafür ist dein Ausweis aber dann zehn Jahre gültig.

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Muss der Personalausweis persönlich beantragt werden?

Der Personalausweis muss immer persönlich oder von einem gesetzlichen Vertreter beantragt werden. Minderjährige Personen müssen diesen gemeinsam mit ihren Eltern beantragen. Ab dem 16. Lebensjahr kann ein Minderjähriger seinen Personalausweis dann alleine beantragen, sofern die Identität von einem vorherigen Personalausweis abgeleitet werden kann. Ist dies nicht der Fall, ist eine Urkunde und die Anwesenheit eines Elternteils oder Vormunds notwendig.

Online kann der Personalausweis nicht beantragt werden, da die Identität vor Ort bestätigt werden muss. Um das Prozedere zu verschnellern, kannst du dir aber bereits zu Hause online die Formulare zur Beantragung herunterladen, ausfüllen und zum Termin mitbringen.

Abgeholt werden muss der Ausweis nicht persönlich. Solltest du verhindert sein, kannst du dies an eine bevollmächtigte Person weitergeben. Einen Termin musst du für die Abholung in der Regel nicht vereinbaren.

Aktuelle Regelungen

Aufgrund der aktueller Regelungen bezüglich Covid-19 sind derzeit Dienstleistungen in Behörden ohne Termin nicht möglich.
Mann reicht Frau ihren neuen Ausweis
© DragonImages/AdobeStock

Perso abgelaufen, was tun?

Ist dein Personalausweis bereits abgelaufen oder bis zum Ablaufdatum bleibt nicht mehr viel Zeit, solltest du dringend einen neuen beantragen, da die Bearbeitungszeit zwischen drei und sechs Wochen liegt.

Ist dein Personalausweis bereits abgelaufen kann es sein, dass du ein Bußgeld zahlen muss. Ob du dieses zahlen musst und wie hoch es ist, hängt davon ab, wie lange er schon abgelaufen ist und wie streng deine zugehörige Behörde das Vergehen ahndet.

Auch wenn die Bußgelder nicht hoch sind und oft ganz auf sie verzichtet wird, solltest du deinen Personalausweis immer rechtzeitig verlängern lassen, um unangenehmen Alltagssituationen vorzubeugen. Kannst du bei einer Verkehrs- oder Personenkontrolle deinen Ausweis nicht vorzeigen, kann es sein, dass die Beamten dir erneut ein Bußgeld verhängen. Auch das Reisen ins Ausland kann gefährdet sein, da es viele Länder gibt, in denen man seinen gültigen Ausweis ständig bei sich tragen muss.

  • Manche Ämter erinnern die Einwohner ihrer Stadt oder Gemeinde per Brief daran, dass ihr Ausweis abläuft
  • Bleibt von dir eine Reaktion aus, kann ein Bußgeldbescheid folgen
  • Informiert dich deine Gemeinde nicht, kann der Bußgeldbescheid auch ohne Verwarnung erfolgen
  • Du kannst mit einem Bußgeld von 10 bis 40 € rechnen
  • Je nach Kommune kann es auch sein, dass du keine Verwarn- oder Bußgelder zahlen musst

Verhalten im Falle des Verlustes oder Diebstahls

Wird dir dein Portemonnaie samt Ausweis gestohlen oder du hast es verloren, solltest du schnell handeln. Dies hat zwei Gründe: Einerseits um dich selber und deine Daten vor Missbrauch zu schützen und andererseits bist du dazu verpflichtet, den Verlust der Personalausweisbehörde zu melden. Wurde der Personalausweis gestohlen, solltest du zusätzlich eine Anzeige bei der Polizei erstatten.

Hast du das verloren geglaubte Dokument wiedergefunden, musst du dies auch melden, da es ansonsten zu Komplikationen bei Ein- und Ausreisen oder Personenkontrollen kommen kann.

Verlierst du einen Personalausweis mit elektronischem Identitätsnachweis, solltest du diesen bei Diebstahl oder Verlust möglichst schnell sperren lassen. Dadurch wird jeder Missbrauchsversuch sofort erkannt. Jedoch brauchst du dir nicht all zu große Sorgen um deine Daten zu machen, denn ohne PIN kann diese niemand auslesen.

Wenn du die eID-Funktion online über die Hotline gesperrt hast, bist du dennoch zusätzlich dazu verpflichtet, den Verlust der zuständigen Stelle zu melden. Du kannst die eID-Funktion auch direkt telefonisch bei deiner zuständigen Behörde sperren, um Zeit zu sparen.

Vorläufigen Ausweis beantragen

Hast du dich zu spät um die Verlängerung deines Ausweises gekümmert oder du besitzt aktuell keinen gültigen Ausweis, kannst du zur Überbrückung einen vorläufigen Ausweis beantragen. Dieser wird von der zuständigen Behörde sofort ausgestellt und ist maximal drei Monate gültig. Eine Verlängerung des Dokuments ist nicht möglich. Bei der Aushändigung des neuen Personalausweises muss dieser zurückgegeben werden.

Besitzt du einen gültigen Reisepass, benötigst du nicht zwangsläufig einen vorläufigen Personalausweis, da du auch mit deinem Reisepass deiner Ausweispflicht nachkommen kannst.

  • Die Kosten liegen bei 10 €
  • Vor einer Reise solltest du dich erkundigen, ob der Ausweis in dem jeweiligen Land anerkannt wird
  • Du benötigst zur Beantragung ebenfalls ein Passbild und ein gültiges Dokument, um dich auszuweisen (Führerschein, Reisepass, Geburtsurkunde etc.)

Funktionen des neuen Personalausweises

Seit dem 1. November 2010 gibt es den Ausweis in Scheckkartenformat. Bereits vor der Einführung sorgte das neue Modell für reichlich Aufregung, da dadurch erstmal ein sicheres Identitätsmanagement im Internet möglich ist. Der neue Ausweis kann für alle Zwecke verwendet werden, die auch sein Vorgänger bereits möglich machte. Hinzu kommen jedoch noch einige Online-Ausweisfunktionen. Durch die elektronische Signatur können Transaktionen im Netz komfortabler und sicherer abgewickelt werden.

Dadurch, dass sich der Nutzer mit seinem Ausweis im Internet identifizieren kann, sind beispielsweise Registrierungen bei Carsharing Apps, Telefonanbietern oder diversen Plattformen ohne persönliches Vorsprechen möglich. Hinzu kommt, dass durch die Verifizierung Datenmissbrauch reduziert wird, da der Nutzer jederzeit die Kontrolle über seine eigenen Daten hat.

Freiwillig können dem Ausweis zusätzlich zu dem Lichtbild noch zwei Fingerabdrücke zur Verifizierung und Bestätigung der Identität hinzugefügt werden. Die Speicherung dieser dient einzig und alleine der eindeutigen Zuordnung von Ausweisinhaber und Ausweis und können von Polizeivollzugsbehörden oder Personalausweisbehörden ausgelesen werden.

Folgende Informationen können bei einer Online-Überprüfung freigegeben werden. Was genau übermittelt wird, kann der Ausweisinhaber aber online per Mausklick oder am Automaten festlegen. Die Übermittlung der Daten muss vor Freigabe jedoch mit der persönlichen PIN bestätigt werden.

  • Vor- und Familienname
  • Geburtstag und Geburtsort
  • Anschrift
  • Alters- und Wohnortbestätigung
  • Pseudonyme Kartenkennung
  • ausstellendes Land (Deutschland)
Neue Bestimmungen ab 2021

Fingerabdrücke werden zur Pflicht

Neu ausgestellte Personalausweise müssen dann zwei Fingerabdrücke enthalten, die auf dem Chip in der Ausweiskarte gespeichert werden. Hinzu kommt, dass das Foto aus Sicherheitsgründen digital übermittelt oder direkt vor Ort bei der ausstellenden Behörde aufgenommen werden muss.

Verbunden damit sind die steigenden Kosten: So soll der Preis für die Ausstellung eines Personalausweises um 30 Prozent auf 37 € steigen. Im Gegenzug sollen allerdings keine Kosten für eine nachträgliche Aktivierung der Onlinefunktionen erhoben werden. Aktuell werden hierfür 6 € verlangt.