Steuererklärung - Tipps rund um das Thema Steuern

Einmal im Jahr ist die Einkommensteuererklärung fällig. Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter? Was musst du beachten? Finde hier alle Fristen, Unterlagen und wissenswerte Infos rund um deine nächste Steuererklärung.

In aller Kürze

  • Je nach Art deines Jobs sind andere Formulare notwendig.
  • Eine elektronische Übermittlung ist über ELSTER möglich.
  • Freiwillige und verpflichtende Abgabe haben unterschiedliche Fristen:
    • Verpflichtend: 31. Juli des Folgejahres
    • Freiwillig: 4 Jahre ( Beispiel: Abgabe der Steuerklärung von 2019 bis 2023 möglich)
  • Familie darf helfen, Freund:innen nicht.

Was ist überhaupt eine Steuererklärung?

Eine Steuererklärung zeigt deine Einkommensverhältnisse gegenüber dem Finanzamt an. Sofern du einen Job ausübst, bei dem du mehr als 410 € im Monat verdienst, kann das Amt so ermitteln, wie hoch deine monatliche Einkommensteuer ist. Je nachdem, welche Ausgaben du hattest und geltend machst, kannst du auch zu viel bezahlte Steuern zurückbekommen.

Was kann ich von der Steuer absetzen?

Typisch sind Werbungskosten, Aufwendungen für Kinder, haushaltsnahe Dienstleistungen, Sonderausgabenabzug und außergewöhnliche Belastungen.

1. Werbungskosten

Werbungskosten sind Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Arbeitsleben anfallen. Wer keine Werbungskosten beantragt, bekommt einen Werbungskostenabzug in Höhe von 1.000 € zugesprochen.

Typische Angaben sind:

  • Fahrtkosten zur Arbeit
  • Fortbildungskosten
  • Umzugskosten, wenn du aus beruflichen Gründen umziehen musstest
  • Kosten für ein Arbeitszimmer zu Hause
  • Unfallkosten
  • Verpflegungspauschalen
  • Kosten für Arbeitskleidung und deren Reinigungskosten (nicht jede Kleidung ist Arbeitskleidung)
  • Kosten wegen Berufskrankheit

2. Aufwendungen für Kinder

Wenn du Kinder hast, kannst du dir weitere Steuervorteile sichern. Wenn Eltern für volljährige Kinder noch Kindergeld erhalten, ist es möglich, die Kranken- und Pflegeversicherung der Kinder abzusetzen. Für nicht volljährige Kinder gibt es Steuerermäßigungen für Schulgeldzahlungen oder Kinderbetreuungskosten. Für volljährige Kinder, die wegen einer Ausbildung nicht zu Hause leben, kann ein Ausbildungsfreibetrag beantragt werden.

3. Sonderausgabenabzug

Unter Sonderausgaben werden die abgeführten Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung verstanden. Alle Kranken- und Pflegeversicherungen ohne Zusatzleistungen können in voller Höhe als Sonderausgabe angeführt werden. Rentenversicherungen können nur zu 82 % abgesetzt werden.

Zusätzlich kann Folgendes geltend gemacht werden:

  • Riester-Renten-Beiträge
  • Spenden
  • Unterhaltszahlungen
  • Kirchensteuer

4. Haushaltsnahe Dienstleistungen

Du hast haushaltsnahe Dienstleistungen, wie z.B. ambulante Pflegedienste oder Haushaltshilfen in Anspruch genommen? Dann kannst du diese entsprechend geltend machen. Dazu müssen diese jedoch legal auf Minijob Basis angemeldet werden. Ist das der Fall, können diese Leistungen steuerlich abgesetzt werden und zu einer Reduzierung deiner Steuern von 20 % beitragen.
Damit die Steuer abgezogen werden kann, muss eine Rechnung vorliegen. Eventuell musst du auch nachweisen, dass die Zahlung tatsächlich erfolgt ist, z.B. in dem ein Kontoauszug vorgelegt wird.

Kosten wie Müllabfuhrgebühren oder Materialkosten können nicht in der Steuererklärung berücksichtigt werden, Arbeitsleistungen oder Maschinen- und Fahrtkosten hingegen bis zu einem Maximalbetrag von 4.000 €. Handwerkliche Leistungen können ebenfalls zu 20 % abgesetzt werden, jedoch nur bis zu einem Maximalbetrag von 1.200 €.

5. Außergewöhnliche Belastungen

Private Ausgaben die zwangsläufig notwendig sind, können als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung vermerkt werden. Ob sich die Angaben steuerlich lohnen, wird vom Finanzamt individuell betrachtet, da dieses je nach Fall die individuell zumutbare Belastung ermittelt. Diese Grenze ist von Einkommen, Familienstand und Anzahl der Kinder abhängig.

Es gibt zwei verschiedene Arten von außergewöhnlichen Belastungen:

Zu den besonders außergewöhnlichen Belastungen zählen z.B.

  • Ausbildungsbeitrag für Kinder (maximal 924 € pro Jahr)
  • Pauschalbeiträge für eingeschränkte Personen, Hinterbliebene und Pflegebedürftige

Zu den allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen zählen z.B.:

  • Krankheitskosten (wird individuell bestimmt, je nachdem, wie stark die Person durch die Krankheit eingeschränkt war)
  • Aufwendungen für Hilfsmittel wie Brillen und Zahnprothesen
  • Aufwendungen für Bestattungen

Welche Unterlagen werden für die Abgabe der Steuererklärung benötigt?

Für die Steuererklärung ist eine besondere Form vorgeschrieben. Es müssen amtliche Formulare genutzt und ausgefüllt werden. Früher wurden die Daten noch handschriftlich in grüne Formulare eingetragen. Heute geht das einfacher: Die Daten können direkt online in die Formulare eingetragen und anschließend ausgedruckt werden. Im folgenden Abschnitt werden die wichtigsten Formulare, die dir bei deiner ersten Steuererklärung auf jeden Fall begegnen werden, aufgeführt.

Checkliste

Die wichtigsten Formulare im Überblick:

Der Mantelbogen, auch das Hauptformular der Steuererklärung genannt, muss von jedem:jeder ausgefüllt werden, der:die seine:ihre Steuererklärung einreicht. Dort werden die wichtigsten Informationen zur Person wie Name, Adresse, Beruf aber auch Spenden und Mitgliedsbeiträge abgefragt.
Je nach Beschäftigungsart musst du zusätzlich zum Mantelbogen noch ein weiteres Formular abgeben. Als Arbeitnehmer:in muss die Anlage N, als Selbständige:r die Ablage G oder gegebenenfalls auch die Anlagen S oder EÜR abgeben werden.

Anlage N: Hier werden Angaben zum Einkommen gemacht. Sobald du berufsbedingte Ausgaben von mehr als 1.000 € hast, kannst du diese als Werbekosten geltend machen. Ansonsten wird die Pauschale automatisch abgezogen.

Sofern du als Selbstständige:r über die Einnahmen-Überschuss-Rechnung deine Einnahmen beziehst und dein Jahreseinkommen 17.500 € oder mehr beträgt, musst du das Formular Anlage EÜR abgeben. Hinter der Einnahmen-Überschuss-Rechnung verbirgt sich eine vereinfachte Methode zur Gewinnermittlung, bei der die Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden. Ob du als Freiberufler:in oder Gewerbetreibende:r eingestuft wirst, spielt in diesem Fall dann keine Rolle mehr. Selbstständige müssen ihre Einkommensteuererklärung samt der Anlage EÜR immer elektronisch beim Finanzamt einreichen.

Einkünfte aus selbstständiger Arbeit werden in der Anlage S vermerkt und eingetragen. Wichtig ist, dass neben den Gewinnen auch Verluste eingetragen werden müssen. Die Anlage S ist auch dann erforderlich, wenn die Einnahmen unter 17.500 € liegen und die Anlage EÜR nicht beigefügt werden muss.

Wenn du als Selbstständige:r gewerblich tätig bist, musst du deinen Gewinn oder Verlust in der Anlage G eintragen und das Formular deiner Steuererklärung beilegen.
In dieser Anlage müssen alle Versicherungsbeiträge für die Altersvorsorge vermerkt werden. Steuerrechtlich gesehen spricht man hier von Sonderausgaben für gesetzliche und private Renten-, Arbeitslosen-, Kranken und Pflegeversicherungen. Versicherungen wie Berufsunfähigkeitsversicherungen, Haftpflicht- und Unfallversicherungen sowie Lebensversicherungen zählen auch dazu.
Die Riester-Rente ist eine durch staatliche Zulagen und durch Sonderausgabenabzug geförderte, grundsätzlich privat finanzierte Rente in Deutschland. Wenn du diese abgeschlossen hast, trägst du in der Anlage AV deine Angaben dazu ein.
Wenn du Kapitalerträge erzielst, für die keine Abgeltungssteuer einbehalten wird, musst du die Anlage KAP abgeben. Unter der Abgeltungssteuer werden seit 2009 alle Kapitalerträge erfasst, die nicht in einem Unternehmen anfallen. Diese sind mit einem einheitlichen Steuersatz von 25 % steuerpflichtig.

Oft lohnt sich aber auch die freiwillige Abgabe der Anlage. Liegt dein Grenzsteuersatz nämlich unter 25 %, bekommst du zu viel gezahlte Abgeltungsteuer zurück erstattet.

Der Grenzsteuersatz gibt an, wie stark zusätzlich zu versteuerndes Einkommen mit Steuer belastet wird und zeigt demnach, welcher Zugewinn durch eine Steigerung des Einkommens an die Einkommensteuer abgehen würde. Dies wird schon bei 1 € über dem jeweiligen zu versteuernden Einkommen angewendet.
Diese Anlage musst du ausfüllen, wenn du Kapitaleinkünfte im Ausland erzielst und das betroffene Land ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland hat. Dieses Abkommen ist ein völkerrechtlicher Vertrag in dem geregelt wird, ob und wie viele Steuern dem jeweiligen Staat zu stehen.
Weitere Informationen zum Doppelbesteuerungsabkommen findest du beim Bundesfinanzministerium.
Um die Arbeitnehmer:innen-Sparzulage zu beantragen, musst du die Anlage VL deiner Steuererklärung beilegen. Wird diese nicht automatisch von dem Kreditinstitut, bei dem deine vermögenswirksame Anlage erfolgt, berechnet,, kannst du diese auch anfordern. Dank der Arbeitnehmer:innen-Sparzulage fördert der Staat vermögenswirksame Leistungen für Angestellte, die ein geringes Jahreseinkommen haben. Die Höhe des Beitrages kann zwischen 43 und 123 € pro Jahr liegen.

Die Vermietung einer Immobilie oder der Unterhalt für deine Kinder sind Beispiele für Sonderfälle. Für diese gibt es noch zahlreiche weitere Anlagen.

Wie kann ich eine Steuererklärung elektronisch übermitteln?

Mittlerweile kann die Steuererklärung auch ganz ohne Papier übermittelt werden. Der elektronische Versand erfolgt per ELSTER. Die Seite ELSTER kann einfach online im Browser aufgerufen werden. Es gibt außerdem die Möglichkeit, eine Software namens ElsterFormular herunterzuladen. Der Vorteil hier ist, dass die Daten offline eingegeben werden und anschließend über das Internet an die Steuerverwaltung gesendet werden können.

ELSTER

Das Programm ist speziell auf die unterschiedlichen Personengruppen zugeschnitten und stellt je nach Bedarf unterschiedliche Informationen bereit. Nachdem bei ELSTER ein Benutzerkonto angelegt wurde können einfach Formulare, der Bescheid und andere Dokumente aufgerufen, ausgefüllt und abgesendet werden.

Privatpersonen die nicht die Anlage EÜR beifügen müssen können auch den klassischen Weg wählen und ihre Steuererklärung in Papierform beim Amt einreichen.

Wichtig: Jedes Jahr gibt es eine neue Version des Programms, die auch verwendet werden muss.

Welche Fristen sind bei der Abgabe der Steuererklärung zu beachten?

Die Frist der Abgabe deiner Steuererklärung ist davon abhängig, ob du zur Abgabe verpflichtet bist, das Finanzamt dich dazu auffordert oder ob du sie freiwillig abgibst.

Verpflichtete Abgabe

Wenn du zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet bist, ist die Abgabe bis Ende Juli des Folgejahres möglich. Eine Fristverlängerung ist ebenfalls möglich. Sollte der 31. Juli auf einen Sonntag oder Feiertag fallen, darfst du bis zum nächsten Werktag abgeben. Da sieben Monate nicht viel Zeit sind um eine Steuererklärung abzugeben, ist eine Fristverlängerung möglich. Wenn du die Abgabe jedoch zu lange aufschiebst, ohne es vorher anzukündigen, musst du mit Sanktionen von mindestens 25 € pro angefangenem verspäteten Monat rechnen.

Aufgeforderte Abgabe

Sofern du ein Schreiben bekommst, in dem du vom Finanzamt zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert wirst, wird dir darin auch gleich eine Frist gesetzt. Solltest du diese nicht einhalten können, ist es ratsam, rechtzeitig einen Antrag auf Verlängerung zu stellen. Hältst du dich nämlich nicht an die Frist, droht eine Strafe.

Freiwillige Abgabe

Gibst du deine Steuererklärung freiwillig ab, sind die Fristen länger. Du hast exakt 4 Jahre Zeit. Deine freiwillige Steuererklärung für 2021 müsste also am 31.12.2025 beim Finanzamt sein. Es reicht nicht, wenn du deine Steuererklärung am 31.12. per Post los schickst, da diese bis 12 Uhr eingegangen sein muss. Du kannst sie aber noch bis 24 Uhr an dem Hausbriefkasten deines Finanzamtes einwerfen, da dort automatisch ein Eingangsstempel mit Uhrzeit auf dem Umschlag angebracht wird.

Wer darf bei der Steuererklärung helfen?

Da ein:e Steuerberater:in Geld kostet, ist es naheliegend, dass du dich erst einmal selbst mit der Steuererklärung auseinandersetzt und dir Tipps und Hilfe aus dem Umfeld holt. Rein rechtlich gesehen darf aber nicht jede:r offiziell bei der Steuererklärung helfen.

Alle Angehörigen deiner Familie dürfen dir bei den Steuerformularen helfen und umgekehrt. Dafür gibt es sogar einen Mantelbogen, den Familienangehörige ausfüllen können. Jede:r, der:die nicht zu deiner Familie zählt, darf dir nicht helfen. Werden deine Kommiliton:innen, Freund:innen oder Arbeitskolleg:innen dabei erwischt, droht eine Strafe von bis zu 5.000 €.

Der Grund: Es handelt sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit. Wenn Bekannte oder Freund:innen helfen, kann es auch zu Falschberatungen, Fristversäumnissen und finanziellen Nachteilen kommen. So etwas ist aber nicht versichert, falls etwas schief geht.

Ist die Familie keine große Hilfe, macht es Sinn, sich an einen Lohnsteuerhilfeverein zu wenden. Angestellte können sich hier gegen einen niedrigen Jahresbeitrag beraten lassen. Für Selbstständige steht dieser Service jedoch nicht zur Verfügung.

Ansonsten steht nur noch die Hilfe einer Steuerberatung, eines:einer Steuerbevollmächtigten oder Rechtsvertretung zur Auswahl. Diese Variante ist recht kostspielig, bei komplizierten Fällen aber durchaus empfehlenswert. Die Bezahlung der Steuerberatung hängt von der Höhe des Einkommens und vom Umfang der Steuererklärung ab. Diese Leistungen darf jede:r in Anspruch nehmen.

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Wichtige Fragen schnell beantwortet

Übersteigt die Rente den Grundfreibetrag von 9.168 € für Ledige und 18.336 € für Verheiratete, sind Rentner:innen steuerpflichtig.

Ob die erzielten Einkünfte aus Mietzahlungen oder Lohn, Gehalt und Rente stammen, ist dabei völlig unerheblich. Grundsätzlich gilt, dass auch Mieteinnahmen von Immobilien versteuert werden müssen.
Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass nicht der komplette Betrag der Rente versteuert werden muss. Wie hoch die steuerpflichtige Rente tatsächlich ist, richtet sich immer nach dem Jahr, in dem der/die Arbeitnehmer:in in Pension gegangen ist. Im Jahr 2021 lag dieser Wert bei 81 %.

Diese Regelung gilt aber nur im Jahr des Rentenbeginns und im zweiten Jahr. Ab dem dritten Jahr muss die Rente in voller Höhe nach Abzug des persönlichen Rentenfreibetrags und des Werbungskosten-Pauschalbetrags in Höhe von 102 € versteuert werden.

Weitere Infos zum Besteuerungsanteil und Rentenfreibetrag der nächsten Jahre
Studierende sind in der Regel nicht zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet. Überschreiten sie die Einkommensgrenze für Studierende von 9.408 € nicht, müssen sie auch keine Steuern zahlen.

Die freiwillige Abgabe der Erklärung kann sich jedoch lohnen. Im Erststudium macht dies nicht sonderlich viel Sinn, da die Kosten als Sonderausgaben eingetragen werden und kaum Geld einbringen.

Befindest du dich aber im Zweitstudium, sieht die Sache anders aus. Diese Regelung betrifft zum Beispiel Masterstudenten aber auch Studierende mit einer zuvor abgeschlossenen Ausbildung. Die Kosten für das Zweitstudium lassen sich als Werbungskosten absetzen. Das geht solange, bis du deinen ersten Job beginnst. Dann werden die vorgetragenen Werbungskosten mit den gezahlten Steuern des Jahres verrechnet.
In besonderen Zeiten, wie beispielsweise der Corona-Krise, haben viele betroffene Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. In diesem Sonderfall muss die Steuererklärung angepasst werden. Sozialversicherungsbeiträge, die fällig sind, werden dem Arbeitgeber in voller Höhe erstattet.

Für Arbeitnehmer:innen ergibt sich der Vorteil, dass seit dem 1. Mai 2020, jede:r der/die von Kurzarbeit betroffen ist zusätzlich Geld verdienen darf und zwar ganz ohne Auswirkungen auf die Höhe des Kurzarbeitergeldes. Zuvor galt, dass eine Nebenbeschäftigung in voller Höhe auf die Lohnersatzleistung angerechnet wurde.
Alle Formen von Kurzarbeitergeld sind steuerfrei, da das Geld durch die Beiträge der Arbeitslosenversicherung abgesetzt wird.

Dennoch unterliegen sie dem steuerlichen Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass wenn du 333 € Kurzarbeitergeld bekommst, diese zwar steuerfrei sind, sie aber deinen persönlichen Steuersatz erhöhen, mit dem du dein restliches Einkommen versteuerst.
Das normal zu versteuernde Einkommen wird in diesem Fall mit dem Kurzarbeitergeld addiert. Wichtig ist jedoch, dass der Steuersatz nicht auf das Kurzarbeitergeld angewendet wird, sondern nur auf das übrige normal zu versteuernde Einkommen. Da der Betrag nun höher ist, wird auch eine höhere Steuer fällig.

Bekommst du das Kurzarbeitergeld nicht von der Bundesagentur für Arbeit überwiesen, steht es auf der jährlichen Lohnsteuerbescheinigung und muss bei der Steuererklärung in die Anlage N eingetragen werden. Dort gibt es eine spezielle Zeile für Sonderregelungen wie Kurzarbeitergeld oder andere Zuschüsse. Beziehst du mehr als 410 € Kurzarbeitergeld im Jahr, besteht die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung.

Erfüllst du die steuerrechtlichen Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer, kannst du die Kosten dafür absetzen:

  1. Der Arbeitgeber hat angeordnet, dass nur im Home Office gearbeitet werden darf und sich der Angestellte nicht freiwillig im Home Office befindet.
  2. In der Wohnung muss ein separates Büro in der Wohnung vorhanden sein, das nachweislich nur genutzt wird, um dem beruflichen Zweck nachzugehen.

Sind diese beiden Voraussetzungen gewährleistet, kann das “Home Office” unter den Werbungskosten in der Anlage N unter “Aufwendung für ein häusliches Arbeitszimmer” abgesetzt werden. Der Jahreshöchstsatz liegt hier jedoch bei 1.250 €. Je nach Größe des beanspruchten Raumes kann eine anteilige Berechnung der Kosten im Verhältnis zum Rest der Gesamtwohnfläche abgesetzt werden. Die Ausstattung des Zimmers kann zusätzlich auch noch abgesetzt werden.

Strom und Internetkosten können nicht abgesetzt werden.

Technische Neuanschaffungen im Zuge des Home Office, z.B. ein Drucker, können zu rund 50 % abgesetzt werden. Dies ist aber nur für den Zeitraum möglich, in dem das Gerät auch wirklich für Arbeitszwecke genutzt wird. Aus diesem Grund profitieren hier hauptsächlich Freiberufliche oder Selbstständige. Vor allem für Paare oder Personen im selben Haushalt, die sich ein Arbeitszimmer teilen, lohnt es sich, da die Kosten pro Person und nicht pro Raum verrechnet werden.

Seit Dezember 2020 können Arbeitnehmer:innen auch noch bis Ende 2022 bis zu 5 € pro Tag von der Steuer absetzen. Dies gilt für maximal 120 Tage pro Jahr und somit höchstens 600 €.

Die Homeoffice-Pauschale zählt dabei zu den Werbungskosten, welche ohnehin jedem Steuerzahlenden innerhalb einer Pauschale mit 1.000 € angerechnet werden. Demnach werden nur jene Arbeitnehmer:innen durch die Homeoffice-Pauschale entlastet, die Werbungskosten (inklusive der Homeoffice-Pauschale) von über 1.000 € abrechnen. Liegen die Werbungskosten unter 1.000 €, verpufft auch die Homeoffice-Pauschale.

Im Gegensatz zur steuerlichen Absetzung eines Arbeitszimmer, kann die Homeoffice-Pauschale grundsätzlich jede:r geltend machen, der von zu Hause aus arbeitet – egal ob im Wohnzimmer, am Küchentisch oder auf der Couch. In unserem Ratgeber findest du übrigens Tipps und Tricks für Mobile und Homeoffice.
Die vereinfachte Steuererklärung ist für Arbeiternehmer:innen gedacht, die keine besonderen Ausgaben oder Einnahmen haben. Das Formular besteht aus 2 Seiten, anstatt aus den vielen Formularen, die für dich vielleicht gar nicht relevant sind.

Wenn du also ausschließlich Lohn ohne Entgeltersatzleistungen wie Arbeitslosengeld I beziehst und do ansonsten keine Sonderfälle hast, könnte eine vereinfachte Steuererklärung für dich in Betracht kommen.

Bedenke aber, dass es hier auch ein paar Einschränkungen gibt:
  • deine Sonderausgaben beschränken sich auf die Altersvorsorge, Kirchensteuer und Spenden
  • deine außergewöhnlichen Belastungen beschränken sich ausschließlich auf Kosten aufgrund körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung

Weitere Infos zur vereinfachten Steuererklärung
Solltest du es aus bestimmten Gründen nicht schaffen, deine Steuererklärung zum Fristende an das Finanzamt zu schicken, musst du schriftlich um eine Verlängerung bitten. Dafür reicht ein formloses Schreiben aus, in dem du um eine Verlängerung bittest. Außerdem gibst du in deinem Schreiben die Begründung für deine Verlängerung an und nennst zudem eine neue Frist. Diese darf nicht später als auf den 30. September gelegt werden.