Steuererklärung - Tipps rund um das Thema Steuern

Einmal im Jahr ist die Einkommensteuererklärung fällig. Doch was verbirgt sich dahinter eigentlich und was muss dabei beachtet werden? Finde hier alle Fristen, benötigten Unterlagen und wissenswerten Informationen rund um das Thema Steuererklärung. Informiere dich auch über die spezielle Regelung für Steuerzahlung bei Kurzarbeit.

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Aktuelle Informationen

Welche Regelungen gibt es bei Kurzarbeit und wie können Kosten die im Homeoffice entstehen von der Steuer abgesetzt werden?

Was ist überhaupt eine Steuererklärung?

Eine Steuererklärung zeigt deine Einkommensverhältnisse gegenüber dem Finanzamt an. Sofern du einen Job ausübst, bei dem du mehr als 450 Euro im Monat verdienst, kann das Amt so ermitteln, wie hoch deine monatliche Einkommensteuer ist. Je nach Angabe verschiedener Ausgaben, können Steuern zurückerhalten werden.

Was kann ich von der Steuer absetzen?

Typische Aspekte die sich von der Steuer absetzen lassen sind Werbungskosten, Aufwendungen für Kinder, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Sonderausgabenabzug und außergewöhnliche Belastungen.

Werbungskosten sind Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Arbeitsleben anfallen. Wer keine Werbungskosten beantragt, bekommt einen Werbungskostenabzug in Höhe von 1.000 Euro zugesprochen.

Typische Angaben sind:
  • Fahrtkosten zur Arbeit
  • Fortbildungskosten
  • Umzugskosten bei beruflich veranlasstem Umzug
  • Kosten für häusliches Arbeitszimmer
  • Unfallkosten
  • Verpflegungspauschalen
  • Kosten für Kauf von beruflichen Arbeitsmittel/ Reinigungskosten
  • Kosten wegen Berufskrankheit
Wenn du Kinder hast, kannst du dir weitere Steuervorteile sichern. Wenn Eltern für volljährige Kinder noch Kindergeld erhalten, ist es möglich, die Kranken- und Pflegeversicherung der Kinder abzusetzen. Für nicht volljährige Kinder gibt es Steuerermäßigungen für Schulgeldzahlungen oder Kinderbetreuungskosten. Für volljährige Kinder, die wegen einer Ausbildung auswärtig leben, kann ein Ausbildungsfreibetrag beantragt werden.
Wenn haushaltsnahe Dienstleistungen legal auf Minijob Basis angemeldet werden, können diese Leistungen steuerlich geltend gemacht werden und zu einer Steuerreduzierung von 20 Prozent beitragen.

Zu haushaltsnahen Dienstleistungen zählen ambulante Pflegedienste, Handwerker oder Haushaltshilfen.

Damit die Steuer abgezogen werden kann, muss eine Rechnung vorliegen. Ebenfalls muss im Zweifel nachgewiesen werden, dass die Zahlung auf das Konto des Leistenden erfolgt ist.

Kosten wie Müllabfuhrgebühren oder Materialkosten können nicht in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Arbeitsleistungen oder Maschinen- und Fahrtkosten hingegen können bis zu einem Maximalbetrag von 4.000 Euro in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Handwerkliche Leistungen können ebenfalls zu 20 Prozent abgesetzt werden, jedoch nur bis zu einem Maximalbetrag von 1.200 Euro.
Unter Sonderausgaben werden die abgeführten Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung verstanden. Alle Kranken- und Pflegeversicherungen ohne Zusatzleistungen können in voller Höhe als Sonderausgabe angeführt werden. Rentenversicherungen können nur zu 82 Prozent abgesetzt werden.

Zusätzlich dazu können auch noch Riester-Renten-Beiträge, Spenden, Unterhaltszahlungen und Kirchensteuer geltend gemacht werden.
Private Ausgaben die zwangsläufig notwendig sind, können als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung vermerkt werden. Darunter zählen beispielsweise Krankheitskosten, Aufwendungen für Hilfsmittel wie Zahnprothesen und Sehhilfen, oder für Bestattungen.

Ob sich die Angaben steuerlich lohnen, muss immer individuell betrachtet werden, da das Finanzamt je nach Fall die individuell zumutbare Belastung ermittelt. Diese Grenze ist von Einkommen, Familienstand und Anzahl der Kinder abhängig.

Es gibt zwei verschiedene Arten von außergewöhnlichen Belastungen. Unter besonders außergewöhnliche Belastungen fällt beispielsweise der Ausbildungsbeitrag für Kinder, der maximal 924 Euro pro Jahr betragen darf, aber auch Pauschalbeträge für eingeschränkte Personen, Hinterbliebene und Pflegebedürftige.

Zu den allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen zählen beispielsweise Krankheitskosten. Wie stark diese abgesetzt werden können wird individuell bestimmt. Ausschlaggebend hierfür ist das Gefühl, wie stark eine Person individuell von der Belastung eingeschränkt wird.Hier gibt es keine Pauschalbeiträge.

Welche Unterlagen werden für die Abgabe der Steuererklärung benötigt?

Für die Steuererklärung ist eine besondere Form vorgeschrieben. Es müssen amtliche Formulare genutzt und ausgefüllt werden. Früher wurden die Daten noch handschriftlich in grüne Formulare eingetragen. Heute geht das einfacher: Die Daten können direkt online in die Formulare eingetragen und anschließend ausgedruckt werden. In der kommenden Tabelle werden die wichtigsten Formulare, die dir bei deiner ersten Steuererklärung auf jeden Fall begegnen werden aufgeführt.

Für Sonderfälle, wie beispielsweise für den Fall, dass du eine Immobilie vermietest oder Unterhalt für deine Kinder zahlst, gibt es noch zahlreiche weitere Anlagen.

Checkliste

Die wichtigsten Formulare im Überblick:

Der Mantelbogen, auch das Hauptformular der Steuererklärung genannt, muss von jedem ausgefüllt werden, der seine Steuererklärung einreicht. Dort werden die wichtigsten Informationen zur Person wie Name, Adresse Beruf aber auch Spenden und Mitgliedsbeiträge abgefragt.
Je nach Beschäftigungsart musst du zusätzlich zum Mantelbogen noch ein weiteres Formular abgeben. Als Arbeitnehmer muss die Anlage N, als Selbständiger die Ablage G oder gegebenenfalls auch die Anlagen S oder EÜR abgeben werden.

Als Arbeitnehmer musst du die Anlage N ausfüllen. Hier werden Angaben zum Einkommen gemacht. Sobald du berufsbedingte Ausgaben von mehr als 1.000 Euro hast, kannst du diese als Werbekosten geltend machen. Ansonsten wird die Pauschale automatisch abgezogen.

Sofern du als Selbstständiger über die Einnahmen-Überschuss-Rechnung deine Einnahmen beziehst und dein Jahreseinkommen 17.500 Euro oder mehr beträgt, muss das Formular Anlage EÜR abgegeben werden. Hinter der Einnahmen-Überschuss-Rechnung verbirgt sich eine vereinfachte Methode zur Gewinnermittlung, bei der die Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden. Ob du als Freiberufler oder Gewerbetreibender eingestuft wirst spielt in diesem Fall dann keine Rolle mehr. Selbstständige müssen ihre Einkommensteuererklärung samt der Anlage EÜR immer elektronisch beim Finanzamt einreichen.

Einkünfte aus selbstständiger Arbeit werden in der Anlage S vermerkt. Alle Einkünfte aus selbstständiger Arbeit müssen hier eingetragen werden. Wichtig ist, dass neben den Gewinnen auch Verluste eingetragen werden müssen. Die Anlage S ist auch dann erforderlich, wenn die Einnahmen unter 17.500 Euro liegen und die Anlage EÜR nicht beigefügt werden muss.

Wenn du als Selbstständiger gewerblich tätig bist, musst du deinen Gewinn oder Verlust in der Anlage G eintragen und das Formular Deiner Steuererklärung beilegen.
In dieser Anlage müssen alle Versicherungsbeiträge für die Altersvorsorge vermerkt werden. Steuerrechtlich gesehen spricht man hier von Sonderausgaben für gesetzliche und private Renten-, Arbeitslosen-, Kranken und Pflegeversicherungen. Versicherungen wie Berufsunfähigkeitsversicherungen, Haftpflicht- und Unfallversicherungen sowie Lebensversicherungen zählen auch dazu.
Die Riester-Rente ist eine durch staatliche Zulagen und durch Sonderausgabenabzug geförderte, grundsätzlich privat finanzierte Rente in Deutschland. Wenn du diese abgeschlossen hast, trägst du in der Anlage AV deine Angaben dazu ein.
Wenn du Kapitalerträge erzielst, für die keine Abgeltungsteuer einbehalten wird, musst du die Anlage KAP abgeben. Unter der Abgeltungssteuer werden seit 2009 alle Kapitalerträge erfasst, die nicht in einem Unternehmen anfallen. Diese sind mit einem einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent steuerpflichtig.

Oft lohnt sich aber auch die freiwillige Abgabe der Anlage. Liegt dein Grenzsteuersatz nämlich unter 25 Prozent, bekommst du zu viel gezahlte Abgeltungsteuer zurück erstattet.

Der Grenzsteuersatz gibt an, wie stark zusätzlich zu versteuerndes Einkommen mit Steuer belastet wird und zeigt demnach, welcher Zugewinn durch eine Steigerung des Einkommens an Einkommenssteuer abgehen würde. Dies würde schon bei einem Euro über dem jeweiligen zu versteuernden Einkommen angewendet werden.
Diese Anlage musst du ausfüllen, wenn du Kapitaleinkünfte im Ausland erzielst und das betroffene Land ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland hat. Dieses Abkommen ist ein völkerrechtlicher Vertrag in dem geregelt wird, ob und wie viele Steuern dem jeweiligen Staat zu stehen.
Um die Arbeitnehmer-Sparzulage zu beantragen musst du die Anlage VL deiner Steuererklärung beilegen. Wird diese nicht automatisch von dem Kreditinstitut, bei dem deine vermögenswirksame Anlage erfolgt berechnet, kannst du diese auch anfordern. Dank der Arbeitnehmer-Sparzulage fördert der Staat vermögenswirksame Leistungen für Angestellte, die ein geringes Jahreseinkommen haben. Die Höhe des Beitrages kann zwischen 43 und 123 Euro pro Jahr liegen.

Wie kann ich eine Steuererklärung elektronisch übermitteln?

Mittlerweile kann die Steuererklärung auch ganz ohne Papier übermittelt werden. Der elektronische Versand erfolgt per Elster. Die Seite ELSTER kann einfach online im Browser aufgerufen werden, es gibt außerdem die Möglichkeit eine Software namens ElsterFormular herunterzuladen. Der Vorteil hier ist, dass die Daten offline eingegeben werden und anschließend über das Internet an die Steuerverwaltung gesendet werden können.

Das Programm ist speziell auf die unterschiedlichen Personengruppen zugeschnitten und stellt je nach Bedarf unterschiedliche Informationen bereit. Nachdem bei ELSTER ein Benutzerkonto angelegt wurde können einfach Formulare, Bescheid und andere Dokumente aufgerufen, ausgefüllt und abgesendet werden. Wichtig zu beachten ist hier, dass es jedes Jahr eine neue Version gibt, die auch verwendet werden muss.

ELSTER
Privatpersonen die nicht die Anlage EÜR beifügen müssen können auch den klassischen Weg wählen und ihre Steuererklärung in Papierform beim Amt einreichen.

Welche Fristen sind bei der Abgabe der Steuererklärung zu beachten?

Die Frist der Abgabe deiner Steuererklärung ist davon abhängig, ob du zur Abgabe verpflichtet bist, das Finanzamt dich dazu auffordert oder ob du sie freiwillig abgibst.

Wenn du zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet bist, ist die Abgabe bis Ende Juli des Folgejahres möglich. Eine Fristverlängerung ist ebenfalls möglich. Sollte der 31. Juli auf einen Sonntag oder Feiertag fallen, darfst du bis zum nächsten Werktag abgeben. Da sieben Monate nicht viel Zeit sind um eine Steuererklärung abzugeben, ist eine Fristverlängerung möglich. Wenn du die Abgabe jedoch zu lange aufschiebst, ohne es vorher anzukündigen, musst du mit Sanktionen von mindestens 25 Euro pro angefangenem verspäteten Monat rechnen.
Sofern du ein Schreiben bekommst, in dem du vom Finanzamt zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert wirst, wird dir darin auch gleich eine Frist gesetzt. Solltest du diese nicht einhalten können, ist es ratsam rechtzeitig einen Antrag auf Verlängerung zu stellen. Hältst du dich nämlich nicht an die Frist, droht eine Strafe.
Gibst du deine Steuererklärung freiwillig ab, sind die Fristen länger. Du hast exakt vier Jahre Zeit. Deine freiwillige Steuererklärung für 2020 müsste also am 31.12.2024 beim Finanzamt sein. Es reicht nicht, wenn du deine Steuererklärung am 31.12. per Post los schickst, da diese bis 12 Uhr eingegangen sein muss. Du kannst sie aber noch bis 24 Uhr an dem Hausbriefkasten deines Finanzamtes einwerfen, da dort automatisch ein Eingangsstempel mit Uhrzeit auf dem Umschlag angebracht wird.

Wer darf bei der Steuererklärung helfen?

Da ein Steuerberater Geld kostet, ist es naheliegend, dass man sich erst einmal selbst mit der Steuererklärung auseinandersetzt und sich Tipps und Hilfe aus dem Umfeld holt. Rein rechtlich gesehen darf aber nicht jeder offiziell bei der Steuererklärung helfen.

Alle Angehörigen deiner Familie dürfen dir bei den Steuerformularen helfen und umgekehrt. Jeder, der nicht zu deiner Familie zählt, darf dir nicht helfen. Werden deine Kommilitonen, Freunde oder Arbeitskollegen dabei erwischt, droht eine Strafe von bis zu 5.000 Euro.

Ist die Familie keine große Hilfe, macht es Sinn sich an einen Lohnsteuerhilfeverein zu wenden. Angestellte können sich hier gegen einen niedrigen Jahresbeitrag beraten lassen. Für Selbstständige steht dieser Service jedoch nicht zur Verfügung.

Ansonsten steht nur noch die Hilfe eines Steuerberaters, Steuerbevollmächtigten oder Rechtsanwalts zur Auswahl. Diese Variante ist recht kostspielig, bei komplizierten Fällen aber durchaus empfehlenswert. Die Bezahlung des Steuerberaters hängt von der Höhe des Einkommens und vom Umfang der Steuererklärung ab. Diese Leistungen darf jeder in Anspruch nehmen.

Du brauchst Hilfe bei Deiner Steuererklärung?

Eine Steuererklärung lohnt sich in den meisten Fällen. Finde hier Steuerberater in deiner Nähe!

Steuererklärung für Rentner

Die meisten Rentner müssen keine Steuern zahlen, weil ihre Rente nicht hoch genug ist. Übersteigt die Rente jedoch den Grundfreibetrag von 9.168 Euro für Ledige und 18.336 Euro für Verheiratete, sind auch Rentner steuerpflichtig.

Ob die erzielten Einkünfte aus Mietzahlungen oder Lohn, Gehalt und Rente stammen, ist dabei völlig unerheblich. Grundsätzlich gilt, dass auch Mieteinnahmen von Immobilien versteuert werden müssen.

Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass nicht der komplette Betrag der Rente versteuert werden muss. Wie hoch die steuerpflichtige Rente tatsächlich ist, richtet sich immer nach dem Jahr, in dem der Arbeitnehmer in Pension gegangen ist. Im Jahr 2019 lag dieser Wert bei 78 Prozent.

Diese Regelung gilt aber nur im Jahr des Rentenbeginns und im zweiten Jahr. Ab dem dritten Jahr muss die Rente in voller Höhe nach Abzug des persönlichen Rentenfreibetrags und des Werbungskosten-Pauschalbetrags in Höhe von 102 Euro versteuert werden.

Steuererklärung für Studierende

Studierende sind in der Regel nicht zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet. Überschreiten sie die Einkommens für Studierende von 9.408 Euro nicht, müssen sie auch keine Steuern zahlen.

Die freiwillige Abgabe der Erklärung kann sich jedoch lohnen. Im Erststudium macht dies nicht sonderlich viel Sinn, da die Kosten als Sonderausgaben eingetragen werden und kaum Geld erbringen.

Befindest du dich aber im Zweitstudium, sieht die Sache anders aus. Diese Regelung betrifft zum Beispiel Masterstudenten aber auch Studierende mit einer zuvor abgeschlossenen Ausbildung.

Die Kosten für das Zweitstudium lassen sich als Werbungskosten absetzen. Das geht solange, bis sie ihren ersten Job beginnen. Dann werden die vorgetragenen Werbungskosten mit den gezahlten Steuern des Jahres verrechnet.


Sonderfälle wie Steuerklärung bei Kurzarbeit?

Aufgrund der Corona-Krise haben viele betroffene Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. In diesem Sonderfall muss die Steuererklärung angepasst werden. Sozialversicherungsbeiträge die fällig sind, werden dem Arbeitgeber in voller Höhe erstattet.

Für Arbeitnehmer ergibt sich das Vorteil, dass ab dem 1. Mai 2020, jeder der von Kurzarbeit betroffen ist zusätzlich Geld verdienen darf und zwar ganz ohne Auswirkungen auf die Höhe des Kurzarbeitergeldes. Zuvor galt, dass eine Nebenbeschäftigung in voller Höhe auf die Lohnersatzleistung angerechnet wurde.

Alle Formen von Kurzarbeitergeld sind steuerfrei, da das Geld durch die Beiträge der Arbeitslosenversicherung abgesetzt werden.

Dennoch unterliegen sie dem steuerlichen Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass wenn du 333 Euro Kurzarbeitergeld bekommst, diese zwar steuerfrei sind, sie aber deinen persönlichen Steuersatz erhöhen, mit dem du dein restliches Einkommen versteuerst.

Das normal zu versteuernde Einkommen wird in diesem Fall mit dem Kurzarbeitergeld addiert. Wichtig ist jedoch, dass der Steuersatz nicht auf das Kurzarbeitergeld angewendet wird, sondern nur auf das übrige normal zu versteuernde Einkommen. Da der Betrag nun höher ist, wird auch eine höhere Steuer fällig.

Bekommst du das Kurzarbeitergeld nicht von der Bundesagentur für Arbeit überwiesen, steht es auf der jährlichen Lohnsteuerbescheinigung und muss bei der Steuererklärung in die Anlage N eingetragen werden. Dort gibt es eine spezielle Zeile für Sonderregelungen wie Kurzarbeitergeld oder andere Zuschüsse.

Beziehst du mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld im Jahr, besteht die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung.

Kann ich Kosten im Homeoffice von der Steuer absetzen?

Um die Kosten für die Corona-bedingte Zeit im Homeoffice von der Steuer absetzen zu können, müssen zwei Grundvoraussetzungen gegeben sein.

Sind diese beiden Voraussetzungen gewährleistet kann das “Homeoffice” unter den Werbungskosten in der Anlage N unter “Aufwendung für ein häusliches Arbeitszimmer” abgesetzt werden. Der Jahreshöchstsatz liegt hier jedoch bei 1.250 Euro.

Homeoffice

Je nach Größe des beanspruchten Raumes kann eine anteilige Berechnung der Kosten im Verhältnis zum Rest der Gesamtwohnfläche abgesetzt werden. Die Ausstattung des Zimmers kann zusätzlich auch noch abgesetzt werden.

Strom und Internetkosten können nicht abgesetzt werden.

Eine technische Neuanschaffung im Zuge des Home Office kann zu rund 50 Prozent abgesetzt werden, aber nur für den Zeitraum, in dem das Gerät auch wirklich für Arbeitszwecke genutzt wird. Aus diesem Grund profitieren hier hauptsächlich Freiberufliche oder Selbstständige.

  • Zunächst muss nachgewiesen sein, dass der Arbeitgeber angeordnet hat, dass nur im Homeoffice gearbeitet werden darf und sich der Angestellte nicht freiwillig im Homeoffice befindet.
  • Des Weiteren muss ein separates Büro in der Wohnung vorhanden sein, das nachweislich nur genutzt wird, um dem beruflichen Zweck nachzugehen.
Vor allem für Paare oder Personen im selben Haushalt, die sich ein Arbeitszimmer teilen, lohnt es sich, da die Kosten pro Person und nicht pro Raum verrechnet werden.

Wusstest du schon, dass eine vereinfachte Steuererklärung möglich ist, wenn...

... du ausschließlich Lohn ohne Entgeltersatzleistungen wie Arbeitslosengeld I beziehst.

... deine Sonderausgaben ausschließlich der Altersvorsorge, Kirchensteuer und Spenden gewidmet sind.

... sich deine außergewöhnlichen Belastungen ausschließlich auf Kosten aufgrund von körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung belaufen.